Zum Film und zur Kakadu-Bar (Stand 2016)

Im Film »Der rote Kakadu« von Dominik Graf, der im 16. Februar 2006 in die Kinos kam und ebenfalls im Frühjahr 1961 spielt, dreht sich alles um die Liebe; Graf »versucht in dieser Liebesgeschichte zu Dritt das Lebensgefühl einer Jugend einzufangen« (Kino Kino, Bayerischer Rundfunk). Heraus kommt manchmal eher ein Thesenfilm mit Gefühl, ein »steifer Vortrag über die Freiheit«, der Regisseur »doziert nur noch von den Möglichkeiten, die vor dem Mauerbau bestanden« (Frankfurter Rundschau, 16.2.2006). So ergänzen sich der Film und das Buch von Rolf Bergmann auf das Beste, denn im Roman spielen die Zeitumstände wie auch die Musik eine erheblich wichtigere Rolle.

Die KAKADU-BAR gehörte von Beginn an zu den Attraktionen des 1914 eröffneten neuen Parkhotels im großbürgerlichen Stadtteil »Weißer Hirsch« am nordöstlichen Rand Dresdens, der in der Weimarer Republik zum Kurbad aufstieg. In den 30er-Jahren fanden hier rauschende Feste statt; Stars wie Heinz Rühmann oder Zarah Leander waren Stammgäste.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog die Rote Armee das Hotel. 1952 wurde der Veranstaltungsbetrieb wieder aufgenommen (von 1972 bis zur Wende unter staatlicher Regie). Die Bar wurde wieder zum beliebten Veranstaltungsort, wo Stars wie Nina Hagen auf der Bühne standen. Man legte Wert auf Etikette, es gab eine Kleiderordnung, es ging aber auch oft zur Sache; einen Raum etwa nannte man intern das »Befruchtungszimmer«. Die Eintrittskarten waren begehrt: 60 Prozent gingen in den Vorverkauf, der Rest war für Stammkundschaft und Prominente reserviert. Von montags bis samstags tanzten hier bis zu 400 Menschen ab.
Der legendäre Ruf der »Kakadu-Bar« liegt im Musik-Programm begründet: neben DDR-typischer Unterhaltungsmusik hörte man Jazz, Blues und Rock’n‘Roll, ab den 70er-Jahren immer mehr von Discjockeys statt von Live-Bands präsentiert. Die Behörden duldeten das Tanzlokal wohl auch, um ein kleines Ventil zu lassen.

Am 17. Februar 2006 wurde die KAKADU-BAR wieder eröffnet. Rund 500.000 Euro hatten sich die Kurhaus und Parkhotel GmbH unter Geschäftsführer Piet Oehmichen die Renovierung der etwa 800 qm großen Bar kosten lassen, die zum großen Teil im Stil der 60er-Jahre eingerichtet wurde. Die Originale einiger Lampen sowie die Rückwand hinter der Theke blieben erhalten. Leider konnten sich die Betreiber (für die Gastronomie zuständig Reni Wild und Ulf Neuhaus) nur wenige Monate halten, bereits im September 2006 war die Bar wieder geschlossen.

Ein Jahr später, im September 2007, wurde die Bar von Torsten Wiesener wieder eröffnet, zwischendurch von Piet Oehmichen und inzwischen von der »Weißer Hirsch Parkhotel Betriebs GmbH« (Geschäftsführer Mandy Kühn und Jens Hewald) im Parkhotel betrieben. In Barraum, Saal und Séparées bietet der Kakadu insgesamt knapp 350 Plätze.

Zu finden ist die Kakadu-Bar im Parkhotel Dresden, Bautzner Landstraße 7, 01324 Dresden · Tel. 0351 2683851, Fax 0351 2683076, info@parkhotel-dresden.de

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